Mit der Machtergreifung durch Adolf Hitler rissen die Partei und ihren Gliederungen in der Schützenhalle veranstalteten Großkundgebungen nicht mehr ab. Nach dem Tode Schnipperings wurde Fritz Schnepper, der älteste Sohn des Hallenbau so hochverdienten Obersten Franz August Schnepper einstimmig zum Vereinsführer gewählt. Schon bald machte der nationalsozialistische Einfluß bemerkbar, 1934 mußten Statuten der Gesellschaft auf das Führerprinzip umgestellt werden. Infolge der politischen Wirren der letzten Jahre war der Mitgliederstand der Gesellschaft auf 1600 gesunken und auch während der ganzen nationalsozialistischen Zeitperiode nicht wieder gehoben. Leider mußte Fritz Schnepper aus Rücksichten schon 1936 sein Amt als Oberst zur Verfügung stellen, sein Nachfolger wurde nunmehr Dr. Gerhard Schulte eine Persönlichkeit, die es verstanden hat, durch Einsatzbereitschaft mit Klugheit, Takt und Feingefühl zu den parteipolitischen Machthabern ein erträgliches Verhältnis herzustellen und so die Gesellschaft vor oft drohenden Übergriffen zu schützen und zu erhalten.
1937 brachte eine Neuordnung des deutschen Schützenwesens in engste Anlehnung an den Reichsbund für Leibesübungen. Eine besondere Betonung erfuhr der Schießsport, besonders auch in bezug auf die Jungschützen. 1938 erfolgte die Einweihung von 10 neuen Kleinkaliberschießständen, die auch den nationalsozialistischen Formationen zur Verfügung gestellt werden mußten. Schmerzlich war es, als auf Grund gesetzlicher Bestimmungen das Tragen der alten grünen Traditionsuniformen verboten wurde und an deren Stelle ein vorgeschriebener Schützenanzug mit Schützenhut trat.
Als dann der Zweite Weltkrieg ausbrach, kam bald das Schützenwesen fast gänzlich zum Erliegen. Eine besonders schwere Belastung seit 1939 bereiteten die für die Reckenstraße abzuführenden Straßenbaukosten.
Mehrere Vorstandsmitglieder waren bereits 1939 zum Heeresdienst einberufen, und am 13. 6. 1940 wurde auch Oberst Schulte Soldat, für den stellvertretend Obestleutnant Eugen Lieb die
Vereinsführung übernahm. 1941 mußten neue Satzungen des Reichsschützenbundes angenommen werden. Durch die lange Kriegdauer wurde die persönliche Fühlungnahme unter den Kameraden immer schwieriger, da Veranstaltungen nicht mehr abgehalten werden konnten. Lediglich der Schießsport wurde noch betrieben. In Walter König erhielt der Schießausschuß einen neuen Vorsitzenden, und er war der rechte Mann, die kameradschaftlichen Beziehungen innerhalb der aktiven Schützen zu festigen.
In diese Zeit des Niedergangs fallen zwei festliche Ereignisse, die erwähnt werden müssen. Am 10. August 1938 feierte der langjährige ehemalige Vereinsführer und getreue Ekkehard der Gesellschaft, Theodor Schulte, seinen 75. Geburtstag, aus diesem Anlaß verlieh ihm die Gesellschaft die Würde eines Ehrenoberst. Ende Juni 1939 fand für lange Jahre das letzte Schützenfest statt, es war das letzte Volksfest im alten Glanz. aber an allen Festtagen regnete es ununterbrochen in Strömen, so daß schon mit Rücksicht auf die Schausteller ein vierter Festtag eingelegt werden mußte.